Peter und Ute in der Karibik

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Die beiden sind unsere Reise-Sieger! Dritter Besuch bei uns auf Cheglia. Durch unsere Verzögerungen waren wir noch nicht so weit nördlich wie wir dachten und Peter und Ute sind uns von Martinique mit Flugzeug und Fähre entgegen gekommen. Treffpunkt: Admirality Bay auf Bequia (gesprochen: B e k w e i ). Dort haben wir am nächsten Tag die kleine Insel erkundet und sind dann weiter nach St. Vincent gesegelt.

St. Vincent hat noch immer den Ruf,  eine hohe Kriminalität zu haben – Drogenprobleme in einigen Orten sind offenbar dafür verantwortlich. Wir haben sehr freundliche Menschen kennengelernt, tolle Natur bewandert. Erfreulicherweise konnten wir auch einen anderen Negativ- Trend durchbrechen. Diesmal hat unser Mietwagen, ein ziemlich runtergekommener Jeep, seine Aufgabe ohne Probleme erledigt. Dank Peter’s Navigaton haben wir, etwas unfreiwillig, einige der schönsten „Strassen“ auf der Insel kennen gelernt.

Unser nächster Segelabschnitt führt uns östlich von St. Vincent nach Norden auf der Wetterseite = dem Wind zurgewandt. Eigentlich hatten wir gleichmäßigen, kräftigen Wind erwartet. Gleichmäßig war er, der Wind, aber gaaanz schwach – so musste leider die „eiserne Genua“ (unser Motor) ran. Echt blöd, wir hatten wochenlang krachtige Winde, nur wenn wir mal wieder ein paar Meilen machen müssen, geht nix.

Auf Saint Lucia machen wir in der Marigot Bay fest. Ein Luxusressort und die (erstaunlich preiswerte) Marina gehören hier zusammen, wir können die Annehmlichkeiten des Ressorts nutzen. Anette (von SV MOBOE) gibt früh morgens eine tolle Yogastunde, merci! Die Mädels bewegen sich graziös beim Yoga und im Pool, die Jungs…… bewegen sich lieber graziös im Meer. Wozu braucht man in der Karibik nen Pool??

Nächster Stop: Martinique. Die Bucht von Anse d’Arlet kennen wir schon, tolles Schnorcheln, leckeres Essen.

Vorm Heimatflug parken wir Cheglia in die Marina von Le Marin um, hier wird sie 4 Wochen bleiben. Der Generator und noch ein paar andere Dinge können gewartet werden.

Auf Wiedersehen Peter und Ute – im Pazifik! Bevor die beiden uns wieder verlassen, diskutieren wir nämlich noch unsere neuen Langzeitpläne, denn Lydia „got the spirit“- und will in den Pazifik!

 

 

Von jetzt an geht’s nach Norden (oder??)

Über unsere Bremsmanöver hatten wir berichtet. Später als geplant sind wir dann von Grenada aufgebrochen, in kleinen Schritten Richtung Norden. Erster Stop war Carriacou. Diese Insel ist so klein, dass keine Kreuzfahrtschiffe anlegen. Sie hat uns sehr gut gefallen – entspannt, schöne Strände, freundlich grüssende Menschen, alles irgendwie etwas aufgeräumter als auf den anderen Karibikinseln. Wir haben eine wunderschöne Strand-Mangrovenwanderung gemacht, das war eine filmreife Kulisse. Über den Strand ging es am Flughafen und Kühen vorbei – man kann hier barfuß vom Strand zum Flugzeug gehen. Mal was anderes.

Vor Carriacou liegt Sandy Island, ein ganz kleiner Schluck Sand in türkisfarbenem Wasser. Dort haben wir einen kleinen Schnorchel-Zweites Frühstück-Stopp gemacht, um weiter nach Union Island zu segeln.

Auf dem Weg nach Carriacou gibt es in den Seekarten ein Sperrgebiet um Kick ‚em Jenny – ein aktiver Unterwasservulkan. Wir sind ordentlich drumherum gefahren…..

Bei unserem nächsten Stopp auf Union Island bekommen wir folgende Email von unserer Bootsversicherung:

Die Behörden von Grenada geben bekannt, dass die Alarmstufe  für den Unterwasservulkan Kick’em Jenny auf ORANGE erhöht wurde. Dies bedeutet, dass ein Ausbruch innerhalb von 24 Stunden möglich ist.

Zwar sei die Gefahr eines Tsunami laut Wissenschaftlern unwahrscheinlich, für Schiffe und Boote besteht jedoch durch heraustretende Gase und die dadurch herabgesetzte Dichte des Wassers eine erhöhte Gefahr zu sinken.

Oh HA!!! Da sind wir genau vorbeigesegelt…….

Bremsspuren

Doch, ja, Boote können bremsen. Oder Bootsbesitzer mit ihrer eigenen Blödheit. Wir erfahren das gerade – leider ausgiebig. Wir hatten schon berichtet, dass vor St. Lucia der Motor keinen Mucks mehr machte. Danach hat der Propeller ein Eigenleben entwickelt und fuhr nur noch rückwärts, auch im Vorwärtsgang. Das hat uns sechs Tage ausgebremst.
In Grenada haben wir nachmittags unsere Wiesbadener Freunde verabschiedet, um dann – zurück in der Marina -, festzustellen, dass ein heftige Böe die herunter gelassene Badeplattform (hätte ich sie nur am Morgen wieder hoch geklappt!) an das Betondock gedrückt und aus den Verankerungen gerissen hat. Vier Tage extra Aufenthalt bis uns einer der seltenen Aluminiumschweisser das Ding wieder befestigen konnte.

Wir sind weiter an die schöne, sehr zerklüftete Südküste von Grenada gesegelt. Nach dem vielen Heben, Schleppen, Halten der vergangenen Zeit konnte Martin sich nicht mehr bewegen. Leichter Bandscheibenvorfall? Zum Glück haben wir in dem SEHR schönen Resort „Le Phare Bleu“ einen Chiropraktiker gefunden, der Martin behandelt hat. Zwei Tage länger Aufenthalt bis alles wieder entspannt ist.

In der etwas abgelegenen Chatham Bay auf Union Island haben wir den Anker geworfen. So weit so gut. Beim letzten justieren stellen wir fest, dass der Anker nicht mehr nach oben geht. Im Moment kein Problem, aber beim losfahren? Und! Wir hatten vergessen die Angel einzuholen. Die Angelschnur hatte sich in dicken Runden fest um den Propeller gewickelt. Zum Glück hatten Axel und Annette, die wir vorher schon kennengelernt hatten und die in derselben Bucht waren, Tauchausrüstung an Bord. Aber – noch ein extra Tag. Dann geht, noch immer in der Chatham Bay, mal wieder eine unserer wichtigsten Wasserpumpen nicht. Wieder ein Tag.
Im Moment – wir sind inzwischen auf Bequia – bastelt Martin gerade am Generator. Der läuft nicht mehr. Ach…..

Das Tolle ist, er kann das ALLES inzwischen!

Es gibt den Spruch unter Seglern „Langfahrtsegeln heißt, an den schönsten Stellen der Welt sein Boot zu reparieren.“

Grenada – Beachhotel, Rainforest, Pina Colada et al

Die Wiesbadener kommen nach uns auf Grenada an! Dank grandioser (Männer-) Kommunikation und daraus folgendem Misverständnis sind wir an den Vieren vorbei  gesegelt. Wir hätten sie prima in Union Island abholen und nach Grenada segeln können.  Statt dessen haben sie den Tag erst auf einem Fischerboot und dann mit langem Warten auf die Fähre verbracht…. Sorry!

Wir liegen mit Cheglia bereits am Hotel in der True Blue Bay als die vier um 19:30 Uhr an die Bar kommen. Wiedersehen und Wiedergutmachung mussten zünftig begossen werden – es war harte Arbeit – Pina Colada, Bier, Wein, dazwischen eine Mahlzeit, mehr Wein, Pina Colada und Bier ….

Nach einem Tag faulenzen sitzen wir im Taxi Bus zur Insel Rundfahrt. Highlights waren die Rumdistillerie, die seit 143 Jahren unverändert mit Wasserkraft und Holzfeuer betrieben wird (und in all den Jahren auch nicht gereinigt wurde?), die Muskatnussfabrik, ein  malerisches Plätzchen, eher historische Filmkulisse als „Bruttosozialprodukt“, und eine hochbetagte Unternehmerin, die mit 102 Jahren immer noch ihren eigenen Lebensmittelladen führt. Cool. Achja, kaltes Bier konnten wir bei ihr auch kaufen.

Dann ziehen wir um, die Freunde ins Radisson Beach Ressort, wir in die Port Louis Marina, beide in St. Georges, der Inselhauptstadt. Für uns, nach 1,5 Jahren Leben auf dem Boot, wäre so ein schönes Hotel auch mal verlockend…. Wir bleiben aber unserer Cheglia treu und geniessen den Hotelstrand und die Hotelbar ausgiebig mit den Freunden. Schon klar, Pina Colada, Bier und Wein …

Die Vier haben auch mit wenig segeln eine Menge Karibik kennen gelernt. Martinique, St. Lucia, Bequia, Union Island, Tobago Cays, Carricaou, Grenada… Am letzten Tag spielen Stephan und ich noch eine Runde Golf, der kleine 9 Loch Platz liegt phantastisch – mein Spiel allerdings …. darauf einen grandiosen Sushi Lunch (die Entstehungsgeschichte dieser Mahlzeit wird nur mündlich überliefert …), mit Wein, ohne Bier und Pina Colada. 2,5 intensive, schöne, unterhaltsame, reparaturanfällig Wochen. DANKE.

 

 

Von Squalls und anderen Überraschungen

Es bleibt windig, eine 40 Kn Böe erwischt uns zwischen Martinique und St. Lucia. Unsere vier Freunde erleben ihren ersten „Squall“ mit durchaus beachtlichen Wellen. Gute Crew!

Dann bei Ankunft in St. Lucia eine unangenehme Erntdeckung: der Motor startet nicht. Erst kreuzen wir in der Bucht und versuchen, den Fehler zu finden. Dann müssen wir doch durch den engen Kanal in die Marina vom Wassertaxi geschleppt werden. Sch…..

Noch am Abend kommt Egbert (The Volvo Man) und hilft mir am Motor, es hatte sich lediglich ein Kabel gelöst. Der Motor läuft.  Am nächsten Tag  erkundet die Crew den Vulkan, das Vulkanschlammbad (wir sind plötzlich alle 10 Jahre jünger!) und die Wasserfälle von St. Lucia, der Captain wartet derweil in der Marina auf den Taucher. Der  befreit den Propeller von einem Draht. Alles klar? Nicht ganz …

Als wir am nächsten Morgen ablegen – Motor, Getriebe, Propeller hatten wir vorher ausgiebig getestet – geht wieder der Vorwärtsgang nicht rein. Bisschen blöd, der Wind drückt uns kräftig Richtung gegenüber liegende Boote. Alle reagieren schnell, Leinen und Fender auf die andere Seite und rückwärts an einen anderen Steg. Gute Crew!

Was tun? Wir beschliessen nicht weiterzufahren, bevor das Problem gelöst ist. Dazu muss Cheglia aber mal wieder aus dem Wasser. Bei der Gelegenheit wollen wir den anstehenden Unterwasseranstrich auch gleich machen lassen.

Die Wiesbadener planen die nächste Woche um. Mit Flugzeug, Fähre und offenem Fischerboot geht es für sie in die Grenadinen – gute Crew!

Für uns geht es „auf’s Harte“ der „idyllische“ Boatyard (Dreck, Mücken, Lärm, mehr Mücken….) erwartet Lydia und Martin für 4 Tage.

Am Freitag kommt Cheglia wieder ins Wasser, aus dem Kran heraus fahren wir direkt 140 NM nach Grenada, den Wiesbadenern hinterher zum Wiedersehen in der True Blue Bay.

Martinique – Neue Crew!

Andrea und Stephan, Henny und Andreas sind in Martinique zu uns gestossen. Nach  langer Anreise treffen wir uns in der Anse D’Arlet, ein malerischer kleiner Küstenort vor dem Cheglia prima ankern kann. Unsere Gäste gewöhnen sich erstmal ans Bootgewackel und beengtes Bordleben, aber auch an Sundowner am Palmenstrand, Baden im Infinitypool 1 Meter hinter den Schlafzimmern….

Das Wetter bleibt „anders“. Immer wieder regnet es, für karibische Verhälnisse ist es ziemlich kühl, der Wind ist „krachtig“ 25-35 Kn und wir verschieben unsere geplanten Abreisen immer mal wieder, weil wir  3 absoluten Neuseglern nicht gleich ganz so stürmische Erfahrungen zumuten wollen. Die Landausflüge sind Klasse, wir finden ein paar bemerkenswerte Landschaften, Buchten, Strände und Lokale. Reiseleiter Stephan ist in seinem Element. Am schönsten Strand bleibt eines unserer Elektroautos liegen, zu sechst fahren wir in unserem „Zweitwagen“ zurück in die Zivilisation. Schöne neue Elektromobilität? Naja.

 

 

Dominica Zwischenbericht 3 – Finanzen und anderes Großes

Jeden Morgen stimmen sich Schüler und Lehrer auf den neuen Tag ein:

So, heute, am 1.3.2018, sind von Adveniat 40.000 Euro an die Diözese Roseau, Dominica, überwiesen worden, damit ist das Projekt durchfinanziert. YEAH!

Wie setzt sich das zusammen? Unsere zahlreichen Spender haben über 20.000 Euro auf mein Konto überwiesen. Wie berichtet, haben wir den Geschäftsführer von Adveniat an „unserer“ Schule getroffen und hin- und herüberlegt. Lösung: wenn wir die Spende an Adveniat überweisen, bekommen wir eine Spendenquittung und Adveniat wird unsere Spende prozentual erhöhen. Also haben wir den gesammelten Betrag um die erwartete Steuerersparnis aufgestockt, und Adveniat hat eine sogenannte „Beispende“ geleistet. Danke, Pater Michael und Team.

Ergebnis: aus jedem Euro Deiner Spende kommen fast zwei Euro bei der Schule an!

Wie geht’s weiter? Die lokale Baufirma und der lokale Baustoffhändler (beide sind uns im Preis wirklich entgegengekommen) werden beauftragt, das Material bestellt und in den Osterferien wird umgebaut. Wir segeln im März und dann im Mai nochmal in Dominica vorbei und können dann hoffentlich vom Abschluss der Arbeiten und des Projekts berichten. Daumen drücken.

Dank an alle Mitwirkenden!

Ein besonderes Erlebnis hat Dominica uns bei unserer Abreise geschenkt:

Zwischenbericht Dominica Nr. 2

Schon mal vorweg – wir sind nach fast drei Wochen in Dominica wieder auf Guadeloupe! Zum einkaufen (das Angebot in Dominica ist sehr begrenzt, Obst gibt es gar nicht mehr – Blüten und Früchte waren komplett weg und sind noch nicht wieder nachgewachsen), Baguette und Käse essen, Wäsche waschen, Motor- und Generatorwartung, ….. Und wir haben wieder eine gute Internetverbindung.

Vor allem waren wir mit Denken, Planen, Gesprächen, ok auch mit schwimmen, wandern und 20 mal am Tag Fenster auf – weil heiß, Fenster zu – weil z.T. gigantische Regengüsse – beschäftigt. Und mit fahren. Um den Bischof in der Hauptstadt Roseau zu treffen, brauchen wir mit Umwegen um zerstörte Brücken und abgebrochene Strassen jeweils drei Stunden.

Das erste Gespräch hatten wir nur mit dem Bischof, beim zweiten Gespräch waren zusätzlich der Ingenieur, der alle Gebäude der Diozöse betreut, die Finanzchefin und die Schulleiterin dabei.

Bei der Gelegenheit haben wir von Adveniat gehört, einer Organisation der katholischen Kirche, die zufälligerweise auch aus Deutschland kommt. Der geschichtliche Hintergrund ist interessant: Im „Hungerwinter“ 1946/1947 sammelten die lutherische und die katholische Kirche in Lateinamerika für  Deutschland. Diese Hilfe wurde nicht vergessen. 1961 beschloss die Deutsche Bischofskonferenz eine „besondere Kollekte“ für Lateinamerika, die zu Weihnachten in allen Kirchen gehalten werden sollte.  1969 entstand dann daraus: Adveniat.

Nochmal zur Erinnerung – die katholischen Schulen bekommen von der sozialistischen Regierung zwar ein Teil der Lehrergehälter erstattet, aber für alles andere wie Lehr- und alle sonstigen Materialien, Gebäudeinstandhaltungen etc. müssen sie selbst aufkommen. Die Schulen gelten als die besten auf der Insel, deshalb bezahlen die Eltern Schulgeld. Nach „Maria“ haben etliche Familien die Insel verlassen, manche haben viel oder gar alles verloren und können das Schulgeld nicht mehr bezahlen. Das bedeutet, dass die Einnahmen daraus signifikant zurückgegangen sind. Gleichzeitig gibt es so viele Schäden an Gebäuden. Bei den heftigen tropischen Schauern sitzen die Kinder wortwörtlich im Regen.

Wir bekamen die Information, dass der Chef von Adveniat, Pater Michael Heinz, nach Dominica kommen würde, um sich zusammen mit dem Ingenieur von den Schäden an den kirchlichen Gebäuden auf der Insel einen Eindruck zu verschaffen. Wir haben natürlich sofort ein Treffen an der St. Johns Schule vorgeschlagen. Das war sehr aufschluss- und ideenreich!

Adveniat wird unser Budget noch aufstocken, wir können dann die Reparatur weitgehend bezahlen, wenn die Kirche und lokale Freiwillige mit einspringen. Gestern ist der erste LKW mit Baumaterial angekommen. Die eigentlichen Bauarbeiten müssen dann in den Osterferien stattfinden, um den Unterricht so wenig wie nötig zu unterbrechen. Sagt die resolute Schulleiterin. Das Schulgebäude kann während des Umbaus für 2-3 Wochen nicht benutzt werden.

So weit – so gut. Allen Spendern nochmal ein herzliches Dankeschön!

Ihr seid klasse.

 

Ankern vorm Vulkan

Dominica ist vulkanischen Ursprungs, mit 600 Meter hohen Bergen. Die Insel ist in Nord-Süd-Ausdehnung ca. 27 NM, etwa 50 km lang und Ost-West 12 NM, etwa 22 km breit. Vorherrschende Winde aus Ost „klettern“ die steilen Vulkan-Berge hoch, und beschleunigen bei der „Abfahrt“ auf der Rückseite. Und dieser stramme Wind bläst dann genau dahin, wo Cheglia ankert, in die Bucht von Portsmouth. Das Boot hängt am Anker und 50 Meter Kette auf 7 Meter Wassertiefe, guter Ankergrund, d.h. der Anker rutscht nicht. Die ersten Nächte schläft man nicht besonders gut. Die Ankerkette reibt am Rumpf, die Sicherungsleine knatscht, Cheglia „segelt“, folgt Winddrehungen im 60 Grad Winkel, hin- und wieder her. Hinter uns liegt nur noch Honduras in 1300 NM Entfernung 😉  Da wollem wir im Moment gar nicht hin. Aber unser Roccna Anker hält. Bislang immer. Toi, Toi, Toi. Das Wetter hält an manchen Tagen 20-30 Regenschauer bereit. Kurz und manchmal sehr heftig rauscht es runter, kurze Zeit später scheint wieder die Sonne. Dabei bleibts warm. Nicht ganz wie in Deutschland …

Schon im letzten Jahr wollten wir eigentlich zum Boiling Lake laufen, der weltweit (?) größte vulkanisch kochende See in einem alten Krater. Seacat, der Wanderführer aus Roseau, hatte uns den Mund wässrig gemacht, aber dann doch keine Tour zusammen bekommen.

Dieses Mal hat „Toodeloo“ (= Bill und Laury) ein paar Leute zusammengetrommelt und „Cheglia“ (= Martin und Lydia) hat Seacat überredet, die Tour mit uns zu machen. Morgens um sechs Abfahrt mit einem der kleinen, engen Busse, um 8:15 wandern wir los. Es geht stramm rauf und runter, insgesamt 8,5 Stunden, es gibt praktisch kein ebenes Stück. Die Bilder zeigen unsere zunehmende Müdigkeit beim Rückweg nur unzureichend. So einen langen, anstrengenden Spaziergeng haben wir schon seeehr lange nicht mehr gemacht. War einfach toll, beeindruckend, genau wie der Muskelkater danach.

Seacat hatte ein, zwei Überraschungen im Gepäck: im Geysir hat er uns Eier gekocht (5,5 Minuten, bitte!), an einer anderen Stelle Vulkanasche gefunden, die er uns ins Gesicht geschmiert hat. Lydia sah hinterher 10 Jahre jünger aus (so um 40), bei mir waren es mindestens 5 Jahre. Man muss dazusagen, dass wir die Gesichtsmaske dringend beim Rückweg brauchten, um nicht zu alt auszusehen …

 

Zwischenbericht Dominica Nr. 1

Seit dem 11.1.2018 sind wir auf Dominica.

Vielen Dank allen Spendern – wir haben einen ganz ordentlichen Fundus zusammen. Es liegen die ersten Angebote vor, und klar, es wird teurer als wir gedacht bzw. gehofft hatten, die Mittel reichen noch nicht für zwei zerstörte Schulgebäude, aber das Haupthaus bekommen wir schon mal hin. Die Baubehörden haben die Bestimmungen verschärft (zum Glück!), denn wir wollten ja eh ein sturmsicheres Dach bauen und nicht wieder den gleichen Schrott wie vorher aufstellen.

Wir sind im Gespräch mit dem Bischof und seinem Team, was wir in welcher Reihenfolge und mit welchem Budget hinbekommen.

Ich bin zuversichtlich. Die lokalen Handwerker und Baustoffhändler kommen uns wirklich entgegen, alle wollen das Projekt unterstützen. Allerdings braucht es viiieeel Geduld.

Demnächst mehr.

Martin und Lydia