Galapagos – Floreana

Von Santa Cruz aus machen wir einen Ausflug (zwei Stunden hin, vier Stunden zurück) nach Floreana. Sie ist die südlichste und eine der vier bewohnten Galapagosinseln. Hier allerdings leben nur ca. 100 Menschen! Diese Insel dürfen wir nicht, bzw. nur gegen ne Menge Geld und Aufwand mit dem eigenen Boot besuchen. Also buchen wir eine Tour dorthin, aber es gibt nur Tagestouren. Aber anders als die allermeisten Touristen wollen wir dort auch eine Nacht bleiben und etwas Zeit für die Insel haben. Nach ungläubigem Staunen, warum dort jemand bleiben will, machen wir aus, dass wir mit einer Gruppe an einem Tag hinfahren und mit der Gruppe vom nächsten Tag wieder zurück. 

Früh morgens starten wir mit der Schnellfähre in Puerto Ayora, nach zwei Stunden Fahrt besuchen wir zwei schöne Schnorchelstrände, werden von Riesenschildkröten über“rannt“, und lauschen dem Guide, der von der mysteriösen Geschichte von ein paar „crazy Germans“ aus den 30er Jahren wortreich berichtet: einem Zahnarzt aus Berlin und seiner hörigen Jüngerin, der beweisen wollte, dass man 140 Jahre alt wird, wenn man nur im Einklang mit der Natur und fernab der Zivilisation lebt (und der sich als Vorbereitung auf dieses neue Leben alle Zähne hat ziehen lassen und sich für besondere Anlässe ein Metallgebiss hat anfertigen lassen), einer vermeintlichen Baroness, die mit ihren drei Liebhabern auf der Insel auftauchte und der Familie Wittmer aus Köln, die alle Ereignisse bis heute überdauert hat und maßgeblich zur Entwicklung des Tourismus auf den Galapagosinseln beigetragen hat. Am frühen Nachmittag fährt die Gruppe wieder zurück. 

Wir haben ein Zimmer in einer einfachen, aber sehr liebevoll gemachten Unterkunft. Die ganze Familie kümmert sich um uns und verwöhnt uns mit köstlicher Wassermelone aus dem eigenen Garten. Wir streunern über die staubigen aus dunklem Vulkansand bestehenden Straßen, gehen nochmal, jetzt bei Hochwasser, zur „Loberia“, sitzen in der Nachmittagssonne auf den warmen schwarzen Felsen  und beobachten wie sich Schildkröten und Seehunde über Felsen spülen lassen, über die man bei Niedrigwasser drüber laufen konnte. „Olá, olá!“ im Dorf grüßen uns alle Kinder freudig winkend, alle Leute, denen wir begegnen. Es fühlt sich an, als ob wir die einzigen Besucher hier wären. Am Morgen gibt es Frühstück im hauseigenen Krämerladen, der erstmal gefegt wird, bevor wir reindürfen. Der Laden hat keine Fenster, keine Tür. „Hier ist ja niemand, der was wegnehmen könnte“, sagt unser Hausherr. Recht hat er.

Und es gibt auf Floreana noch das Postfass, nach alter Seefahrertradition. Man steckt was rein und einer, der vorbeikommt (heute die Touristen), nimmt es mit und versucht es an den richtigen Empfänger zu bringen. Na, ob das auch heute noch klappt?! 

Ein Gedanke zu „Galapagos – Floreana“

  1. Und ob das klappt mit dem Postfass !!
    die Karte von Lydia und Martin am 8.März ins Fass gesteckt konnte ich heute, am 26. März,
    schon aus unserem Frankfurter Briefkasten holen. Vielen Dank Herr Moormann !
    So herrlich analog in dieser digitalisierten Welt.
    Euch weiter guten Wind.
    Und einen herzlichen Dank an Peter, der uns die Info’s über Position und Wind zugänglich
    macht.

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