Motorproblem und Kursänderung: Cheglia 2 Tage später in NZ

Daumen drücken ist jetzt angesagt: Cheglia kann den Motor nicht starten und muss einen Umweg in Kauf nehmen, damit sie genug Wind haben. Die Kursänderung ist auf der Karte gut zu sehen und hier der Wind. Sie kommen jetzt wieder gut voran.

Nach einem Sonntagsgruß aus der Heimat kamen folgende Nachrichten von Cheglia zu einem dramatischen Tag.:

Sonntag, 3. November 2019 19:39:
„Wir kamen gut voran. Wind ist gestern Nacht wie vorhergesagt wenig geworden. Wir wollten Motor starten. Nix. Haben jetzt gleich tel mit nem Boot in der Naehe.“

Sonntag, 3. November 2019 20:07:
„Wir wissen von 2 Booten in Nähe.Mit einem treffen wir uns. Martin holt ihn mit unserem Dinghy ab und wir versuchen es mit seiner Starterbatt. Zum Glück jetzt ruhige See.“

Sonntag, 3. November 2019 20:22:
„Batterien sind OK. Scheint, dass die Starterbatterie nicht genug geladen werden kann. Wir schauen, was wir mit den anderen Booten hinbekommen“

Sonntag, 3. November 2019 23:08:
„Halsbrecherische Dinghy Aktion. Ergebnis – Startermotor kaputt. Hier irreparabel. Segeln hoam, aussen um das Hoch herum, gerade durch gibt’s gar keinen Wind.“

Sonntag, 3. November 2019 23:11:
„Müssen alles an Strom sparen, was geht.Können Batterien mit Wasser- und Windgenerator laden,nur mit genügend Wind. Haben noch 2 Kanister Trinkwasser bekommen!“

Montag, 4. November 2019 06:43 (deutsche Zeit):
„Kein Motor. Alles segeln.Um am Rand des Hochs zu bleiben,muessen wir 150 sm Umweg machen.Mit Action heute, weniger Speed, 2Tage laenger. Glueck ist,Wetter passt!“

 

 

 

„Senkrechten Äquator“ überquert – Willkommen im Osten

Cheglia kommt gut voran und erreicht Neuseeland  in ca. 4,5 Tagen.
Am 02.11.2019 um 08:11 schrieb Cheglia:
„Noch ca. 4,5 Tage. Sind nicht so schnell,Wind nicht stark, Ostwind waere besser,aber segeln. Wassermacher braucht Generator, der geht seit März nicht mehr“ :((
Am 01.11.2019 um 18:53 schrieb Cheglia:
„Heute Nacht haben wir den „senkrechten Aequator“ ueberquert. 180 Grad. Sind jetzt wieder auf der oestlichen Seite der Welt!“
Der „senkrechte Äquator“ wird auch Meridian genannt. weitere Infos gibt es bei Wikipedia.

Cheglia nach Neuseeland unterwegs

Cheglia ist nicht auf dem direkten Kurs nach Neuseeland, sondern
erst mal in südwestlicher Richtung.  Der neue Kurs ist in der Karte ungefähr eingetragen und auch der imaginäre Punkt. Die aktuelle Position findet
man dort auch.

Nachrichten von Cheglia heute (deutsche Zeit):
Gesendet: Freitag, 1. November 2019 10:52:
„Noch Zuviel Südwind; soll morgen drehen auf Ost. Dann können wir direkter auf NZ zu.“

Freitag, 1. November 2019 11:12:
„Es gibt einen imaginären Punkt in der Karte. 30 Grad Süd, und genau nördlich von der Spitze NZ. Da wollen wir hin. Ab da „Home run““

Ankunft in Neuseeland am 7.11.?

Nachrichten von Cheglia, 31.10. deutscher Zeit:

„Aktuell: viel Wind aus Süd, hohe Wellen aus SSW: bleiben Minerva Reef Yacht Club bis voraussichtlich Samstag, dann geschätzt in NZ 7.11. Gruss, Martin“

„Ein Boot hat 24h versucht dagegen anzukaempfen, haben dann aufgegeben und sind heute morgen erschöpft wieder hierher zurückgekommen. Da warten wir lieber!“

„Yacht Club in Minerva: Gütesiegel Essen, Gütesiegel trinken, Gütesiegels Ankern, 400 km vom nächsten Land entfernt. Cool 😎“

„Proviant für einen Monat, Wasser für eine Woche, aber: nur noch zwei Bier. Wir müssen los.“

Wenn Ihr wissen wollt, wie es im Minerva Reef aussieht, dann schaut Euch mal dieses Video an.

Warten auf den richtigen Wind für Neuseeland

Nachricht von Cheglia:

Dienstag, 29. Oktober 2019 08:41:
„Sieht z Zt so aus, als ob der Wind ab Fr/Sa passt. Sind 20 Boote, die hier warten! Dann startet die Flottille Richtung NZ. Irgendwie lustig.“

Dienstag, 29. Oktober 2019 08:21:
„Warten auf den Wettergott für GUTES Wetter. Per Satellit empfangen wir dann das Wetter.“

In Minerva Reefs angekommen

Cheglia ist heute gegen 18 Uhr UTC in den Minerva Reefs angekommen: Lat-23.602330 Lon-178.926132 Alt+050ft GPS Sats seen 09 2019-10-28 18:09 UTC http://map.iridium.com/m?lat=-23.602330&lon=-178.926132 Sent via Iridium GO!

Nachrichten von der Crew heute:

Am 28.10.2019 um 21:22: „Was für ein verrückter Ankerplatz! Mal sehen wie lange wir hier warten. Auf jeden Fall bis eine ruhige Wetterlage vor NZ zu erwarten ist. LG von LuM“

Am 28.10.2019 um 07:54: „Im Moment ‚fliegen‘ wir. Wind 25-30 Knoten, von schräg hinten, so ists perfekt!“

Kurs auf Minerva Reefs und dann Neuseeland

Cheglia ist auf dem Weg nach Neuseeland und legt auf dem Minerva Reefs noch einen Zwischenstopp ein. Den Verlauf der Reise könnt Ihr in Google Maps sehen.

Nachricht heute morgen: „Los um 9:15 Uhr (Sa. 22:15 Uhr deutscher Zeit) 20 Knoten Wind und Rauschefahrt 🙂“ Bei Windy.com könnt Ihr den Wind sehen.

Gestern: „Wir fahren nach NZ, über das Minerva Reef, dort werden wir einen kurzen Zwischenstopp einlegen. Die nächsten 10 Wetter Tage sind relativ ruhig vorhergesagt, wir planen um den 6.11. in Opua, NZ anzukommen. Alles Liebe von M&L“

Tonga nach Neuseeland – eine knackige Passage

Es sind nur etwas über 1000 NM (knapp 2000km), bei idealen Bedingungen 6 – 7 Tage. Aber das ist schon das Problem: es gibt seltenst ideale Bedingungen. Ziemlich genau alle 5 Tage kommt ein mehr oder weniger heftiges Tiefdruckgebiet aus Australien angerauscht, der Wind deht unweigerlich auf Südwest, genau aus der Richtung in die wir eigentlich wollen. Segeln bei viel Wind sind wir gewohnt, Segeln in hohen Wellen kann Cheglia auch. Aber gegenan 5 Meter Südpazifik Wellen, die Dinger haben von der Antartis aus ungebremst Anlauf genommen, UND Wind von vorn muss wirklich nicht sein. Die Idee ist, zunächst nach Westen loszufahren, während das eine Tiefe noch seine Kapriolen um Neuseeland schlägt, und dann hinter dem ersten Tief, aber bitte vor dem zweiten, bereits um die Nordspitze von Neuseeland herum zu sein. Das macht den Trip natürlich weiter (und damit länger).

Nach den ersten 200 NM liegt das Minerva Reef. Knapp an der Wasseroberfläche schliesst ein Ringriff einen perfekten Ankerplatz ein, mitten im Ozean, kein Land weit und breit. Da würden wir schon gern mal eine Nacht verbringen. Aber das hängt, klar, vom Wetter ab.

Voilla, alle Segler reden nur noch übers Wetter, die Scheisshausparollen werden weitergereicht, jeder hat oder kennt oder glaubt einen Wetterguru zu kennen, der das Wetter noch besser einschätzen kann als man selbst. Meteo Bob aus Neuseeland, oder Chris aus Florida? Alutia hat den einen, wir den anderen Guru. Wir müssen dadurch, der Guru bleibt vor seinem  Rechner und seinen Wetter-Modellen sitzen. Win/r/d schon werden.

Tonga – schnorcheln mit Buckelwalen

“Go, go ,go …” ruft der Captain, 4 Touris und unser Guide springen ins Wasser, kurz orientieren, Kamera an, schwimmen, schneller, und auf einmal gleitet der  erste Wal an uns vorbei. 15 Meter lang 30-40 Tonnen schwer. Und ganz schön flott ist die Dame, ruckzuck ist sie schon wieder ausser Sicht. Wir versuchen noch einmal Mal unser Glück, aber dieser Wal hat wohl keinen Bock auf uns und Joe, unser Guide, respektiert das. Wir suchen weiter.

Dann haben wir besonderes Glück. Ein Muttertier mit Baby schwimmt zusammen mit zwei stattlichen  männlichen Begleitern. Und wir begleiten die Gruppe fast zwei Stunden! Immer wieder bringt uns der Kapitän in unmittelbare Nähe zu den Walen. Wir springen ins Wasser, das Boot verzieht sich, wir schnocheln an der Oberfläche (tauchen mit Babies ist strikt untersagt) und der Formationsflug kommt auf uns zu, gleitet majestätisch heran, taucht tiefer, unter uns durch, und ist weg. Unser Boot sammelt die Schwimmer wieder ein.

Das Baby kommt als 3,5 – 4,5 Meter langer Winzling zur Welt,  gerade mal 900 KG schwer. Unser “Kleiner” ist schon 5-6 Meter lang und dürfte ein paar Tonnen wiegen.

Warum die beiden Männchen mit Mutter und Kind schwimmen, ist nicht ganz klar. Vielleicht sammeln sie Bonuspunkte, um im nächsten Jahr zu Vaterehren kommen zu können? Vielleicht macht sich die Gruppe an die lange Rückreise in die Antarktis?

Zwischen zwei Tauchgängen, das Boot fährt gerade in einem weiten Bogen an den Tieren vorbei, spring einer der Kolosse fast komplett aus dem Wasser, dreht sich um die Längsachse, und klatscht wieder ins Wasser. Sensationell.

Die Einheimischen erzählen gern von den strikten  Regeln, von der Zertifizierung der Bootsführer und der Guides. Es bleibt aber ein fader Beigeschmack. Die Wale werden stundenlang von den Touris umschwärmt, immer wieder bringen die schnellen Motorboote ihre Kunden nach vorn in den designierten Kurs der Tiere. In Vavau gibt es 56 Walboote, jeweils mit 4 oder 8 Touristen an Bord, jeder will den besten “Drop”, das beste Foto, das geilste Video…. und es ist ein teurer Spass! Dementsprechend fordernd sind die Kunden. Ich hoffe, das geht gut auf die Dauer …