Wir fahrn, fahrn, fahrn – und warten


Wir sind nämlich in der Stadt. Halifax hat uns wieder.

Die Überfahrt von St. Peter dauerte genau 24 Stunden und begann tatsächlich mit reichlich Wind und Wellen. Die ersten Stunden waren es 35 und mehr Knoten, das pfeift und wackelt kräftig. Und verlangt mir doch immer noch einiges ab. Martin ist da cooler. Und Cheglia sowieso. Im zweiten Reff und mit kleiner Fock marschiert sie anstandslos durch die Wellen. In der Nacht wurde der Wind zum Glück (und wie vorhergesagt) immer weniger und wir sind an einem strahlenden Morgen auf flachem Wasser nach Halifax reingefahren.
Martin war voller Erwartung, denn sein eigenes Geburtstagsgeschenk sollte in der Royal Nova Scotia Yacht Squadron auf ihn warten. Ein 130 qm großes Leichtwindsegel. Diese Marina ist sehr schön, liegt auf dem Landweg gut 10 km von der Stadt entfernt. Man muss immer um den Meeresarm außen herum fahren. Wir bleiben trotzdem hier, denn wir hoffen täglich auf das Paket. Aber – es steckt seit vier Wochen im Zoll in Montreal fest. Es gab Telefonate, Emails, Papierkriege….. zwischendurch haben wir die Stadt, ihre Museen, Kinos (zwei Filme nach einem Jahr Abstinenz), Pubs und Restaurants, Biergärten, Studentenkneipen, Cafés, Supermärkte und Geschäfte erkundet. Mit Taxis, Bussen, per Anhalter, Dinghy und vielen Kilometern auf den Sohlen.
Unterwegs und während unseres ersten kurzen Stops hier hatten wir einige nette Leute kennengelernt und sie alle aufs Boot zu einer kleinen Party eingeladen. Schöner Abend. Unter anderem auch Lori und Charles, beide große Borealfans! Von Lori habe ich Massage- und Akupunktur bekommen und die beiden haben uns zu einem schönen Ausflug mit Wanderung zum Cape Split an der Bay of Fundy eingeladen. Dadurch haben wir wieder etwas vom Inland gesehen und abends gab es bei den beiden zu Hause noch ein großes Steakessen. Die Menschen hier….. aber das hatten wir ja schon! Wir wollen wieder kommen.
Und nach 10 Tagen Warten hier – yeapeehhhh – das große Paket ist angekommen. Ohne Zoll bezahlen zu müssen!! Gleich am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zurück zu unseren anderen neuen Freunden in LaHave.
Um den 21.9. herum wollen wir in Boston sein. Weather permitted.

Leaving the Lakes

Mit Kai segeln wir weiter nach St.Peter, dem nordwestlichen Ein- bzw. für uns diesmal Ausgang von den Bras d’Or Lakes. Es ist Anfang September und man spürt und sieht überall, die kurze Sommersaison geht zu Ende. Kai lassen wir diesmal vom Taxi zurück nach Sydney bringen, sein Flug ist um 6.00 Uhr morgens. Es fühlt sich immer so leer an, wenn einer unserer Söhne wieder weg ist. Schnieffff…..
Als Trostpflaster haben wir ein lang erhofftes Treffen vor uns. Wir haben uns mit Christiane und Ulrich, die wir bisher nur von Telefon und Email kennen, und ihrer Nordlicht verabredet. Sie ist das Schwesterschiff von Cheglia und wir segeln zum Little Harbour. In dieser fast kreisrunden Bucht liegen nur diese beiden Aluminiumschiffe „schwesterlich“ nebeneinander. Sieht toll aus! Wir haben natürlich viel zu erzählen und auszutauschen und verbringen fast drei sehr schöne Tage dort.
Durch die historische  Schleuse von St. Peter starten wir nach Halifax. Die Wetter- und v.a. Windvorhersage verspricht diesmal wirklich viel Wind. Mal sehen wie das geht.