Das Neueste von uns

Ola, Colombia!

Peter aus Münster besucht uns für den ersten Teil unserer Kolumbienreise: Bogotà – Medellin – Cartagena – Santa Marta.

In Bogotà wohnen wir diesmal in einem nicht-touristischen Viertel. Und gehen zu Fuss durch die ganze Stadt – mit einigen für unsere mitteleuropäischen Augen ganz neuen Eindrücken, z.B. die „Motorradstrasse“. Unzählbare kleinste Werkstätten, Ersatzteillager, Menschen unter Helmen, auf Motorrädern, -rollern…. Wir besuchen den Markt, hhhmmmm…! und machen in der Barista-Schule eine fein zelebrierte Reise durch die kolumbianischen Kaffesorten. Die Stadt liegt auf 2700 m. Ober drüber thront das Kloster Monserrate, auf 3.300 m Höhe!  Falls Ihr mal dort hinkommt – eine Gondel gibt es natürlich auch. Eine Strassenkünstlerin führt uns auf einer Graffiti-Tour durch die Stadt und schärft unseren Blick – natürlich für die Strassenkunst – und auch für Geschichte und aktuelle Themen der Stadt und des Landes: Die blutige, angsterfüllte  Vergangenheit ist noch nicht vergessen, aber für eine friedliche Zukunft schon sehr viel getan.

Unser nächstes Ziel ist Medellin, einst die Stadt mit der höchsten Mordrate der Welt. Kontrolliert wurde sie von dem, dessen Namen man bis heute nicht nennen darf (ich halte mich auch hier daran) und dessen Kartell. Fast 40.000 Menschen sind diesem Kriminellen und seinen Schergen durch Attentate und Mordtrupps zum Opfer gefallen. In den schlimmsten Zeiten soll er bis zu 1,5 Millionen Dollar verdient haben – am Tag! Heute ist Medellin eine sehr interessante und lebendige Stadt. Viele Plätze, die früher im Zentrum des Verbrechens standen, wurden durch architektonische Transformationen zu Plätzen der Hoffnung und des Lichts, z.B. der Parque de la Luz mit 100en aufstrebenden und nachts beleuchteten Stelen. Und natürlich ist der heute im besten Sinne prominenteste Sohn der Stadt allgegenwärtig, Fernando Botero .  Martin findet eine äusserst interessante Wanderstrecke. Ausgangspunkt ist das weit oberhalb der Stadt liegende und von ihm selbsterbaute Luxusgefängnis (‘El Catedral’) des einstigen Drogenbosses, wo er einige Zeit verbringen musste, als sein Einfluss durch immer stärker werdenden Gegendruck deutlich nachliess. Es ist nicht so gut zugänglich, daher war es gut zu kontrollieren und natürlich gibt es einen Hubschrauberlandeplatz, so dass er seine Parties und vor allem Geschäfte weiter durchziehen konnte. Aber keiner in Medellin, den wir gefragt haben, wusste wie man dort hinkommt. Die Sorge ist gross, dass ein falschverstandenes Heldenepos um diesen Mann entstehen könnte. Wir finden es mit Mühe (und einem Taxi) und wandern dann durch den teils sehr steilen Regenwald, durch Flüsse und an Bauernhöfen vorbei wieder nach unten. Klasse Route!

Nächster Flug nach Cartagena. Die Stadt besticht mit Farben, kolonialen Häusern und karibischem Klima. Mit einem schnellen Motorboot fahren wir zu den vorgelagerten Rosarios Inseln. Bei der Überfahr macht erst der eine, dann der andere Motor unseres betagten Bootes schlapp und alle Passagiere müssen mitten auf dem Wasser auf ein anderes Ersatzboot steigen. „Oh, sorry, sorry, Senor Martin!!!“  Wir haben dafür dann einen besonders schönen Platz zum Schnorcheln im Korallenriff gezeigt bekommen.

Mit dem Bus reisen wir weiter nach Santa Marta, zurück auf’s Boot. Das nutzen wir nur als Hotel und Frühstückspension und machen Ausflüge in den Tayrona Nationalpark und in das oberhalb gelegene Örtchen Minca, am Rande der Sierra Nevada de la Santa Marta, mit über 5000 Meter hohen Bergen. Jetzt, in der Regenzeit, sorgen die für unser tägliches Gewitter am Abend.

Ziemlich viel Kolumbien in wenigen Tagen, lieber Peter, guten Heimflug.

Ein gefährliches Land?

Zu allererst ein treffendes Sinnbild für Kolumbien:

Das ALTE Kolumbien – 1994 kostete ein Bombenattentat auf einem belebten Platz in Medellin 23 Menschen das Leben. Und zerstörte die Skupltur Pájaro de Paz (Friedensvogel) von dem in dieser Stadt geborenen Fernando Botero.

Das NEUE Kolumbien – Botero will, dass die zerstörte Skulptur stehen bleibt – als Mahnmal. Und erschafft direkt daneben eine Replik des Vogels,  unversehrt, glänzend, bereit zu fliegen.

Heute ist Kolumbien ein vielfältiges, schönes, interessantes Land mit äusserst freundlichen Menschen, viele wollen wissen, wo wir herkommen und vor allem, wie uns ihr Land gefällt. Und sie strahlen, wenn wir begeistert antworten: „Muy muy bien!“

Der 60 Jahre dauernde Bürgerkrieg ist seit 2016 (!) beendet, aber das  Drogengeschäft läuft immer noch auf etwas kleinerer Flamme weiter. Die Nachfrage ist leider da. Aber das betrifft die abgelegenen Regionen, da fahren wir nicht hin. Ansonsten kann man hier sehr unbeschwert reisen. Und das tun wir.

Von Curacao aus waren wir schon mit Bruno zuerst in Santa Marta an der kolumbianischen Karibikküste angekommen, haben unser Schiff sicher vertäut und sind dann nach Bogotà weitergeflogen. Die 8-Millionen Metropole auf 2700 m Höhe hat uns schon mit den netten Menschen, den guten Restaurants, den Sehenswürdigkeiten wie Goldmuseum und Botero-Museum, der Altstadt Candelaria überrascht. Klar, Polizei ist überall vertreten. Ganz unabhängig davon haben wir uns nicht ein einziges Mal unsicher gefühlt – im Gegenteil: Wir waren überall sehr willkommen. Wir sind zu Fuss zum Kloster Monserrate hochgelaufen, und ich habe richtig fest geschnauft – von 2700 m auf 3300 m. Puh, und das nach Meereshöhe in Santa Marta!

15.000 Kilometer Zuhause

Gut drei Monate lang waren wir zuhause! Und haben viele von Euch gesehen. Es war ein phantastischer Sommer in Deutschland, der zudem auch noch von dem wunderschönen Wetter gekrönt wurde.

Wir waren mit Doris auf Sylt (das war zwar die einzige Woche, in der es dort kalt und oft regnerisch war), dennoch hatten wir eine wirklich schöne Zeit. Nach zwei Jahren waren wir endlich mal wieder in unserem schönen Dörfchen Cheglio, die Nachbarn dort waren natürlich entzückt darüber, dass „ihr Name“ nun auf der Welt herumschippert.

Und ansonsten haben wir zwischen Berlin und Freiburg, Ammer-, Tegern-, Vierwaldstättersee und Lago Maggiore 15.000 km auf die Straßen gebracht. Unser Auto war der Schrankkoffer und so viele von unseren lieben Verwandten und Freunden haben uns ein Dach über dem Kopf gegeben. Wir hatten so viele Übernachtungsangebote, wir hätten jeden Nacht in einem anderen Bett schlafen können! Also, versprochen, wir kommen wieder und übernachten dann dort, wo wir bisher noch nicht waren ….

Curaçao nach Santa Marta – Viel Wind und hohe Wellen

Nach ein paar Tagen Rast und Bugstrahlruder-Reparatur in Curaçao brechen wir nach Santa Marta auf.

Frühstückskaffee!

Dieses Stück Meer hat es in sich. Die Wellen haben  hunderte Kilometer Anlauf, der Meeresboden steigt rapide von 4000 Meter auf wenige Hundert an, die Strömung drückt mit 2 Knoten, mal nach Westen, mal nach Nordwesten, die See wird sehr ruppig sein.

Jimmy Cornell rät, mit großem (25NM)  Abstand um das Cap von Punta Gallinas  zu fahren und empfiehlt den Trip nicht anzutreten, wenn mehr als 30 Knoten Wind angesagt sind.

Nach Konferenz mit Chris Parker, einem professionellen Wetterrouter, verlassen wir Spanish Water. Wiederum bei acherlichem Wind fahren wir nur mit der Genua los. Erst ein wenig zögerlich – die ersten 20 Meilen sind wir noch in der Landabdeckung von Curaçao – nimmt Cheglia immer mehr Fahrt auf. Nachts bläst es ganz ordentlich, auf der Logge sehen wir manchmal mehr als 11 Knoten Geschwindigkeit. In der zweiten Nacht nehmen Wind und Wellen noch etwas zu. Lydia hat Wache, wir reffen rechtzeitug bevor wir bis zu 40 Knoten Böen erleben, Cheglia ist jetzt sehr konservativ besegelt. Die Wellen sind schon stramme 3-5 Meter hoch und kommen in sehr kurzen Abständen. Wir machen durchschnittlich locker 8 Knoten Fahrt (auch dank der Strömung) ENDLICH: wir segeln das erste Mal mehr als 200 Seemeilen in 24 Stunden.

Am Donnerstag morgen, wir kommen mehr und mehr in die Landabdeckung von Kolumbiens Küste, noch eine letzte Düse vor der Hafeneinfahrt und wir tuckern in die Marina von Santa Marta, der Heimathafen für Cheglia für die nächsten 5-6 Monate.

Blue Curaçao

Bojenpleite – und nur eine der drei sogenannten ABC-Inseln bleibt übrig: Curaçao. Es pustet uns dort ordentlich um die Ohren. In der Karibik hatten wir schon viel Wind, aber hier fehlen die hohen Vulkanberge und es pfeffert von der Küste (und den sehr hohen Bergen dort) Venezuelas ungebremst zu uns rüber.

Und Curaçao ist ganz karg – mehr trockenheisse Savanne als dunkelgrüner Regenwald. Wir sind echt überrascht. Nicht überraschend ist, dass Holland überall ist! Sprache – allerdings ist englisch und spanisch genauso vetreten, die Leute dort wechseln ständig zwischen den drei Sprachen hin und her -, Währung – wir zahlen wieder in Gulden! – und Angebot in den Supermärkten – Gouda, Flan, Stroopwafels……

Willemstaad, die Haupstadt, hat eine hübsche karibisch-holländisch-bunte Fassade. Die „Queen-Emma-Bridge“ ist eine der ältesten Schwimmbrücken der Welt. Und auch auf Curaçao legen viele Kreuzfahrtschiffe an. Mit derselben Folge: die eigentlich sehr hübschen Häuschen mag man nicht fotografieren, sie sind zugekleistert mit Werbetafeln. Und die Altstadt ist tot. Alle Geschäfte sind nur bestückt mit Souvenirs, zollfreien Uhren und Schmuck, Restaurants haben das Angebot für den schnellen Happen zwischendurch. Das war’s. Am Abend irren wir hungrig durch die gesamte Stadt – alles, wirklich ALLES ist zu. Kein Mensch auf der Strasse, kein Haus mehr bewohnt.

Im Nordwestteil der Insel liegen in der nach „wildwest“ anmutenden Landschaft ein paar schöne Naturparks mit Stränden und sogar Flamingos. Grosse Leguane kreuzen regelmässig unseren Weg, keine Ahnung wer hier wen befremdlicher findet.

Von Dominica nach Curacao

Nach einem letzten Besuch bei unserer Schule geht es nachmittags los. Unter Spinnaker segeln wir bei mäßigem, wenig konstantem Wind (keine idealen Bedingungen für den Parasailor) los. Wir wollen idealerweise morgens in Bonaire ankommen. 450 NM bei achterlichem Wind sollten wir im Schnitt 7 Knoten segeln, macht erwartete 65 Stunden Fahrtzeit. Nach einem köstlichen Abendessen, Bruno hatte gut vorgekocht, nimmt der Wind auch wieder etwas zu. Wir segeln nur unter Genua. CHEGLIA läuft wie auf Schienen, stressfrei, mal 6, mal 7 mal 5 Knoten.

Zwischenzeitlich haben wir die versprochenen 20 – 25 Knoten Wind, dann loggen wir auch 7-10 Knoten Geschwindigkeit, wenn wir eine besonders schöne Welle runterrutschen.

Bruno möchte die Fliegenden Fische fotografieren – unmöglich. Fast! Einen haben wir:

Nicht-mehr-fliegender Fisch

Am Donnerstag morgens um 8 Uhr sind wir an der Südküste von Bonaire, Lydia funkt mit der Bojenverwaltung.  Alles voll – auch die Marina. Ankern ist nicht möglich und wegen Naturschutz überall verboten. Unsere Freunde von Wasabi, Andrea und Hans Jörg hatten zwar versucht uns noch eine Boje freizuhalten (Merci‘), aber mussten dann auch los. Also weiter nach Curacao, nochmal 50 Meilen.

Dort gibt einen Naturhafen, Spanish Water. Nach der Bojenpleite in Bonaire haben wir telefonisch einen Marina Platz im Curacao Yacht Club vorgebucht. Soviel vorweg: das ist der wahrscheinlich windigste Steg in der ganzen Karibik gewesen. Unser Bugstrahlruder will dann auch im entscheidenden Moment nicht so recht strahlen, aber zum Glück kommt der Wind beim Einparken genau von hinten,  da kommen wir auch bei 30 und mehr Knoten Wind Böen noch in die Lücke.

Ankerbier!

St. John’s School

„Die Kinder kommen zurück!“, sagt Glenda, die Schulleiterin „unserer“ Grundschule in Portsmouth auf Dominica, ganz glücklich. Und zwar, so fügt sie weiter hinzu, weil die Schule ein sicheres Dach hat, es nicht rein regnet und die Kinder nicht wie erstarrt sitzen, wenn eine der vielen kräftigen Windböen, die den Berg hinter dem Ort hinunter donnern, die Abdeckplanen zum Schlagen und Fliegen bringen. Viele der Kinder sind noch immer traumatisiert von der Hurricanenacht im September letzten Jahres.

Das neue Dach ist fast fertig – ein grosses Danke Euch allen, die Ihr dafür gespendet habt!!!

Es fehlen noch ein paar Firstabdeckungen, die sind z. Zt. auf der Insel nicht mehr zu haben. Da hift nur, auf die nächste Schiffsladung zu warten und genügend Menschen zu kennen, damit man auch welche bekommt. Und es ist aufwändig. Denn Charlesbert und seine Leute bauen jeden Nachmittag nach Schulschluss das Gerüst wieder auf, um bis zum Einbruch der Dunkelheit oder bis zum nächsten Regenguss weiter zu arbeiten. Die Regenrinnen sind am Tag nach unseren Filmaufnahmen angebracht worden. Der letzte Schliff fehlt also noch, aber die Räume sind trocken – und sicher!

Bruno ist zu uns nach Guadeloupe gekommen und klar! mit ihm sind wir noch mal nach Dominica gesegelt, um ihm – quasi als Vertreter aller Spender – die Schule mit neuem Dach zu zeigen.

Von Portsmouth aus sollte es für uns drei in einem Drei-Tages-Trip nach Bonaire gehen. Dort darf und kann man nicht ankern, alle Mooringbojen waren belegt und die kleine Marina hatte ebenfalls keinen Platz für uns. Also durchstarten nach Curacao……

Wieder Regenwald und Heilige

In Guadeloupe warten wir auf Bruno, der seine zweite längere Reise mit uns machen will – vorbeischauen in Dominica, von dort nach Bonaire in einer Drei-Tages-Reise, danach Curacao ansehen und dann nach Kolumbien – nochmal drei Tage.

Während wir warten vertreiben wir uns die Zeit – nein, diesmal keine Reparaturen! – mit Sport an Bord, Grossputz, Gasflasche auffüllen – die Suche dauert einen halben Tag und führt zu: Nichts. Keine passende Flasche zu finden.

Für Bruno zur Akklimatisierung machen wir mit unserem Mietwagen erst einmal eine kleine Rundreise über Guadeloupe. Regenwald, Strand mit Kokospalmen und besichtigen das unbedingt sehenswerte, sehr moderne „Sklavereimuseum“, das Memorial ACTe in der Hauptstadt Pointe-à-Pitre.

Zum ersten Einschwingen und – schwanken segeln wir auf die kleine zu Guadeloupe gehörende Inselgruppe Les Saintes.

Schiffe – mal anders

Wir sind auf dem Weg nach Domenica und Guadeloupe und segeln zum Abschiednehmen in eine unserer Lieblingsbuchten auf Martinique, die Anse d’Arlet.

In der Bucht von Le Marin liegt ein grosses Schiff vor Anker. Ein Schiffschiff. Auf diesem speziellen Frachter werden Schiffe von hier über den Atlantik zurück nach Europa gefahren. Wenn so ein Segelschiff auf ein anderes grosses Schiff gehievt wird, das sieht sehr spektakulär aus!

Weiter auf dem Weg nach Anse d’Arlet ragt ein riesiger Felsen fast 200 Meter aus dem Meer – der Rocher du Diamant. Die Engländer hatten ihn 1804 mit mehr als 100 Mann besetzt, die Royal Navy erklärte ihn zu dem unsinkbaren Kriegsschiff,  HMS Diamond Rock. In den Registern steht er heute noch so drin. Schaut Euch die Fotos an – darauf soll man leben???

Nach drei Wochen Heimat – wieder Planken-Schwanken

Der erste Morgen wieder an Bord. Früh wach, mit Jetlag, erstmal einen Kaffee kochen. Drei Tropfen Wasser im Kessel und dann Ende – Tank ist leer. Ok, doch erst ordentlich anziehen, und mit Kessel ans Dock springen, da ist ja zum Glück Wasser. Damit ich rüber komme, muss ich erst die Badeplattform runterlassen. Dann sehe ich, dass wir “unseren” Wasserhahn mit einem Vorhängeschloss gesichert hatten. Schlüssel suchen. Und feststellen, dass er schon wieder angerostet ist. Schlüssel entrosten. Wasser holen. Und – endlich! – Wasser für Kaffee kochen. Ich schreibe das, weil es so symptomatisch für das Leben auf dem Boot ist: Du willst eine kleine “normale” Sache machen und es sind so oft  X Schritte notwendig, um zu dem zu kommen, was Du eigentlich willst. 

Ansonsten bleiben wir noch einige Zeit in der Marina. Hier in Le Marin auf Martinique ist einer der größten Bootsparkplätze mit den entsprechenden Alles-rund-ums-Boot-Services, die ich je gesehen habe. Wir haben noch einiges auf unserer Arbeitsliste, denn ab hier muss alles die nächsten 20.000 Meilen (oder fast 40.000 km) funktionieren. Die Möglichkeiten für Reparaturen gehen von jetzt an steil bergab. 

Zwischen Handwerkerterminen und eigenen Boots”Jobs” machen wir Ausflüge mit unserem Mietwagen. Besuchen z.B. die 250 Jahre alte Zuckerrohrplantage Clement, sehr schön unter großen schattenspendenden Mangobäumen auf einem Hügel gelegen, über den der kühle Wind streicht. Hier haben sich 1991 Mitterand und George Bush getroffen, um die Welt zu retten. Heute scheint es da allerdings noch mehr zu tun zu geben. Der teuerste Rum von Clement kostest übrigens derzeit 1.500 €. Bestimmt haben sie den damals getrunken, geholfen hat er aber nicht so wirklich.  

Und wir haben sehr eindrucksvolle Wanderungen gemacht. Eine um das östlichste Kap von Martinique, auf der Halbinsel Presqu’ Ile des Caravelles, da ging’s von Regenwald über schwarzes Vulkangestein am brausenden Atlantik vorbei. Zwischendurch haben wir vor dem kleinen Örtchen Sainte Anne geankert und sind von dort um die Südostspitze von Martinique gelaufen. Wunderschön, extrem abwechslungsreich. Und haben plötzlich eine so riesige Schildkröte am Strand entlang kriechen sehen. Wir waren so beeindruckt, dass wir sie nicht fotografiert haben.