Im Vulkan

Wir sind auf die Nachbarinsel Santo Antao gefahren – mit der Fähre. Mit dem eigenen Boot dort anlegen anlegen zu wollen, ist fast aussichtslos. Sind dann zum Kraterrand hochgefahren – auf 2000 m und von dort in das sehr fruchtbare Tal im Inneren des Kraters hinabgestiegen. Eine steile und spektakuläre Wanderung.

Sao Vicente und Mindelo (gesprochen Mindèlu) gefallen uns gut! Die Menschen sind hier echt entspannt: „No Stress!“ ist das Motto der Insel, das merkt man überall. Viel Musik ist auf den Strassen, in den Cafès und Restaurants. Tagsüber immer zwischen 26 und 30 Grad, abends und nachts angenehm kühl, nicht einen Insektenstich haben wir abbekommen. Auch wir hatten – No Stress!

Gran Canaria – Cabo Verde

Unser Paket: Sonnensegel, die wir in Portugal im November bestellt hatten, sollten bereits am 8.12. in Lanzarote ankommen. Europa-interner Versand, kein Problem. Kein Problem? Erst hat die Firma in Portugal nicht rechtzeitig geliefert, dann lernen wir den Amtsschimmel kennen. Am 23.12. sollte es endlich ankommen – ist es auch.  Aber der Zoll der Kanaren, eine spanische Steuernummer, die ich beantragen musste, arbeits- und weihnachtsmüde Mitarbeiter verschiedener Agenten und blödes Timing …  am 26.12. sind wir nochmal einen ganzen Tag entweder am Flughafen, oder im Freihafen bei „unserem“ kompetenten Agenten, oder warten auf die DUA Nummer, oder auf die letzte Rechung. Wie sagt Jochen M. immer so schön: „travelling is glamorous…“

So kommt dann eins zum anderen: einen Tag später los, einen Tag später ankommen. Bruno ist seit dem 25.12. an Board, muss aber auch schon am 2.1. wieder zurück fliegen. Wir segeln mit tollem Raumschotwind die ersten zwei Tage flott gen Süd Westen.

Dann kommt Lydia’s Feind vorbei: Migräne. Bei jeder langen Strecke hatte sie bislang nach einer gewissen Zeit Probleme, sie kann einfach gar nichts bei sich behalten und de-hydriert nach 2-3 Tagen. Bruno ist Arzt und kann ihr auf hoher See eine Infusion legen, dann geht es ihr langsam besser. Zum Glück hatte Günter uns mit allem Nötigen vorab versorgt. Merci an beide!

Wir mussten leider auch ein bischen motoren, sonst hätten wir Bruno nicht rechtzeitig zum Rückflug angeliefert. Sylvester haben wir demnach auf dem Atlantik gefeiert. Gleich zweimal, um Mitternacht in Deutschland und UTC, eine Stunde später an Board. Allen ein tolles Jahr 2017!

Für unsere weitere Reise we did „change the course“: Ohne wirksame Behandlungsmethode oder medizinische Versorgung ist Lydia’s Migräne auf See ein zu hoher Risikofaktor. Deshalb haben wir beschlossen, dass ich zunächst mit zusätzlicher Crew ohne Lydia in die Karibik segle. Sie kehrt nach Deutschland zurück und lässt sich durch-checken und fliegt dann in die Karibik, nach Saint Lucia.

Von dort aus haben wir unseren Törn etwas anders geplant und werden in den nächsten Wochen nur 1-3 Tagestrips unternehmen, damit Lydia eine neue -hoffentlich wirksame – Behandlung testen kann.

Wir haben 3 junge Männer angeheuert, die mit mir die 2 Wochen über den Atlantik segeln. Zwei sind sehr erfahre Skipper, einer wird „Fachkraft in Ausbildung“. Je nach Wetter werden wir am Dienstag 10.1. nachmittags oder Mittwoch Morgen losfahren.

 

To receive a package from Portugal on Canary islands -intra EU traffic – should be no problem. Well, it was. We lost at least two days and lots of nerves before we, eventually, received our sun-sails on December 26th. as Jochen M. likes to day: „travelling is glamorous…“

Bruno is on board since December 25th, but we can leave on December 27, only.

Lanzarote und Gran Canaria

Auf Lanzarote haben wir eine Woche verbracht, die ersten Tage mit Ute und Peter hatten wir ein Auto und sind über die Straße und mit Fähre nach La Graciosa gefahren. Wir wollten doch noch mal bei Licht betrachten, was wir in unserer Ankunftsnacht abbrechen mussten. Und die Insel wollten wir auch sehen! Sehr karg, sehr faszinierend….

Wie auch Lanzarote – viel vulkanschwarz, immer wieder unterbrochen von hellscheinendem Grün, Wanderwege an der wilden Küste, Tourismus, der im Zaum gehalten ist. Die englischen Pubs? Ok, sind da….

Auf Gran Canaria brauchten wir einen Bootsparkplatz, um unsere Besucher, Pakete aus Portugal,  Mitsegler Bruno in Empfang zu nehmen und Weihnachten zu feiern. Wir sind in der Marina von Puerto Rico gelandet – so was hatte ich noch nie gesehen. Billiger Massentourismus, der ins Herz schneidet, wenn man die zerstörte Küstenlinie betrachtet. Der Ausflug mit Edith und Bernd in die Sanddünen war fotoreich, der auf den höchsten Berg war kalt, sehr sehenswert, ertragreich: Wir haben vorgesorgt und kistenweise frischeste Orangen und oberköstliche Kartoffeln gekauft.

Und von dort lagen die Kap Verden auf Kurs 225 Grad…

 

Lanzarote was home for a week, Marina Culatra to be recommended. With Peter and Ute we drove by car and ferry to Graciosa – dry, sandy, special anchorage-  too  bad we missed this island the first night! We mentioned before that the weather pattern had been rather unusual for this time of the year. Strong East and southeasterly winds and quite a bit of rain grew the black vulcano rock with lots of little green plants. Magic. Lanzarote kept tourism at bay, its everywhere, but somewhat moderate- ok, lots of english pubs, but to some of us, that is acceptable for a pint or two. Funny enough, they also sell locally brewed beer on draft. 

On Gran Canaria we needed a postal adress for packages from Portugal, Edith and Bernd, and later Bruno to find us. Las Palmas was overcrowded and we had to divert to ugly Puerto Rico on the from mass tourism destroyed south coast. Only highlights of this Island: The sand dunes from Maspalomas offered sahara like walks, the Center of the Island resembles Arizona’s Gran Canyon – but higher up! On this trip we also found local potatoes and oranges by the box! They should last accross the atlantic.

Just to send or receive a Package from „Europe“ is a Challenge in the Canaries. It cost us two full days to  apply for a Spanish Tax Nummer, to get a package with sails out of Customs.

Then on December 26 we departed course 225 degrees- Cabo Verde, Mindelo on Sao Vincente…

 

 

Laaaaange Zeit…..

die-mahner-aus-hamburg….. haben wir nichts von uns hören / lesen lassen. Gestern Abend sind Edith und Bernd aus Hamburg angekommen und haben die Beschwerde an uns weiter gereicht ;))  Nein, sie haben Recht!

In Marokko war es extrem schwierig mit einer stabilen Internetverbindung. Lokale SIM-Karte, die wir uns sonst besorgen (ist meistens auch ne Sache von mindestens einem halben Tag!) war dort noch komplizierter zu bekommen.

Ausserdem – ganz ehrlich – hatten wir wochenlang einen Schlafmarathon nach dem anderen. Sowas haben wir beide noch nicht erlebt: Morgens um halb neun (!) aufgewacht und abends um acht Uhr (!) haben wir uns fragend angesehen „Schon wieder müde???“, „JA! Aber komm, eine Stunde halten wir jetzt irgendwie noch aus.“ Ha, ha, ha, so war’s wirklich. Alles neu, immer drausssen, viel zu erleben, kennenzulernen, keine abendlichen Ablenkungen und mehr einpendeln in einen natürlichen Tages- und Nachtrhythmus? Jetzt normalisiert es sich wieder, zumal seit wir wieder in spanischen Gefilden, auf den Kanaren sind! In Spanien geht der Abend bekanntlich nicht schon zur Rentnerzeit um 18 Uhr los……

Und – die Zeit läuft in unserem neuen Leben irgendwie anders. Wie, habe ich noch nicht richtig herausgefunden. Ich geb Bescheid, wenn ich  es weiß. Eins ist sicher- alles, wirklich alles dauert mindestens doppelt so lange. Unsere Tage sind immer so ausgefüllt, dass – und das ist ein sicheres Indiz für diesen anderen Zeitlauf – ich als begeisterte Leserin in drei Monaten ein schmales Buch und 112 Seiten im nächsten gelesen habe. Hätte ich nie gedacht!