Galapagos – Santa Cruz

In Santa Cruz tobt das Leben! Naja – für die ruhigen Galapagosverhältnisse ist hier viel los. Es gibt sogar frisches eiskalt gezapftes Pilsener, Lieblingsbier der Equadorianer, und auch Martins. Puerto Ayora ist das Drehkreuz für die Cruiseships, hier geht’s los und hier endet die Inselrundreise für die meisten Passagiere. Die Schiffe sind klein, meistens nur 16 Gäste und Besatzung. Wir überlegen auch, ob wir das noch anhängen, aber erstens sind sie sehr teuer (Last Minute Angebote gibt es auch noch zu deutlich moderateren Preisen) und zweitens stellen wir fest, dass wir das Meiste sowieso schon gesehen haben und auf Isabela noch sehen werden. Denn vier Wochen Galapagos Inseln, wer macht das schon. Wir! Und ich finde es klasse, es ist ein Traumziel für mich. Und deshalb ein MUSS zum Charles Darwin Research Center zu gehen. Da wir schon soviel gesehn haben und ich auch viel zu Darwin, Humboldt, Bolìvar und dieser Zeit damals gelesen habe, ist das dann doch nur ein sehr kleiner Ausschnitt aus dieser grossartigen Welt.

Wir gehen 3,5 heisse Äquatorkilometer zur Playa Tortoga, angeblich einem der schönsten Strände der Welt. Wer das wohl feststellt? Auch  in unserer Rangliste absolut top. Sehr schön ist schon der Weg dorthin. Es geht über einen gut angelegten Weg durch die dichtbewachsene Natur mit riesigen Opuntien (Kaktusbäumen), jede Menge Vögeln, Eidechsen, eine kleine Schlange haben wir auch gesehen. Dann öffnet sich die Bucht mit 2 km pulverweissem Sand und allen Blau- und Türkistönen. Kein Hotel, keine Strandbar, weit und breit nur Natur, das sieht einmalig aus.

Auch auf dieser Insel besuchen wir die Riesenschildkröten und gehen erst, dann krabbeln wir durch Lavatunnel, die durch verschiedene Vulkanausbrüche entstanden sind. Martin fährt mit dem Fahrrad über einen gut ausgebauten Fahrradweg zurück zum Hafen.

Unterwegs in San Christobal

Fast die ganze Insel ist Naturschutzgebiet. Im Süden gibt es die einzige Straße und den grössten Ort Puerto Baquerizo Moreno. Gleich am Wochenende nach unserer Ankunft gibt es ein großes Fest. 46 Jahre werden gefeiert. Von was? Wissen wir bis heute nicht. Das Fest bringt alle auf die Beine, nur wir verpassen leider den Höhepunkt: Das ganze Dorf tanzt! Aber erstens beginnt am nächsten Morgen früh der Tauchkurs und zweitens ist unser Dinghi kaputt und wir müssen noch ein Bootstaxi erreichen, bevor der letzte Taxifahrer im Festrausch versinkt. Die Zeit hier nutzen wir für einen Trip über die eine Straße mit den dazugehörigen Sehenswürdigkeiten und machen schöne Spaziergänge. ZB. zum von Felsen gesäumten Strand La Loberia, den wir uns mit Schildkröten, Leguanen, Seelöwen und Surfern teilen. Von dort gibt es einen Pfad über die Klippen zum nächsten Kap. Dort fliegen Fregattvögel, Rot- und Blaufusstölpel (die übrigens gar nicht tölpelig sind) herum. Große Schildkröten schwimmen unter uns. Wir müssen aufpassen, das wir nicht auf die schwarzen Leguane, die auf den schwarzen Vulkanfelsen dösen, treten. Sehr schön dort. 

Dann fliegt Victor wieder zurück. Immer traurig, diese Abschiede. Am Tag davor machen wir noch eine 4-Strände-Wanderung. Zuerst zwei heiße Stunden über Felsen und an Mangroven entlang zur Playa Ochoa, auf dem Rückweg ein Schnorchelstop in der Bucht von Las Tijeretas (Fregattvögel), dann Playa Carola und Playa Mann. Im Interpretation Center, zu dessen Gebiet die zwei mittleren Badestellen gehören, kann man nicht nur was zur Geschichte, sondern auch zu der aktuellen Problematik des Archipels erfahren. Lohnenswert.

Am meisten verliebt haben wir uns alle in die Seelöwen! Sie sind überall. Auf Booten, Stege, Straßen, Wegen. Sie sind so lustig anzusehen und anzuhören. Solange bis man einem Bullen, der sein Harem beschützt, zu nahe kommt. Dann gibt es Gebrüll und gefletschte Zähne. 

Kurz vor der Weiterreise machen wir unseren ersten „echten“ Tauchausflug zum vorgelagerten 140 m hohen Felsen Leon Dormido oder Kicker Rock. Ich bin sehr nervös. Dann sehen wir zwei riesige Rochen vorbeischweben, große Schildkröten, Fische Fische Fische und die Nervosität wird weniger. Bis es dunkel wird – wir schwimmen in einen so dichten Schwarm, dass ich denke, wir schwimmen in eine Höhle. Und kommen Haie. Gar nicht weit weg, aber ungerührt schwimmen sie vorbei. Puh! 

Wir nehmen Abschied von unserem Lieblingsbootstaxifahrer Dani, der zu Tränen gerührt ist. Und weiter geht es nach Santa Cruz.