8200 Meilen im Pazifik – ein Jahr mit viel Wasser unterm Kiel

Der größte Ozean der Erde – und wir mittendrin. Von Panama sind es 900 NM nach Galapagos, von dort 3.200NM bis zu den Marquesas, 550 Nm in die Mitte der Tuamutos, 270NM nach Papeete, 300NM über Huahine nach Maupihaa, 950 Nm nach Niue, 250NM nach Vava’u, Tonga’s nördliche Zivilisationsinseln, 1300NM nach Neuseeland, dazwischen noch meilenreiche Abstecher… das entspricht in etwa 115.000 Autokilometern in 10 Monaten.

Wir reisen im tropischen Südwinter, das Halbjahr OHNE Wirbelstürme. Wir haben das Wetter mit vielen Kapriolen erlebt. Ein paar Tage erfreuen wir uns an ruhiger See und leichten Winden,  (=Pazifik), an den meisten Tagen war es eher ziemlich windig, häufig nass und grau, manchmal stürmisch, fast immer mit unangenehmen Wellen. Der Hauptswell kommt aus süd/ südwestlicher Richtung, hervorgerufen durch die heftigen Stürme zwischen den Tropen und der Antartis.  Der Passatwind aus Ost/Südost baut die Windwellen aus dieser Richtung. Cheglia wird von der ersten Welle beschleunigt, von der nächsten gebremst, von der dritten von der Seite getroffen. Ganz entspannt? Naja – fast. Man gewöhnt sich an allem. Auch Dativ.

Dann kommt diese Konvergenzzone (ITCZ) ins Spiel. Sie hängt irgentwo im Westpazifik, zwischen Äquator und 20’ Süd, streift mal Tonga, dann ist sie in Polynesien, dann viel weiter im Norden. So ein richtiger Herumtreiber, ein Halodri ist die ITCZ. Sehr wechselhaftes, graues Wetter, viel Regen,  lokale Starkwinde, selten aus der Richtung, die wir brauchen.

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Wale im Königreich Tonga

…. wir haben etwa 4 Wochen Zeit, bevor hier der Winter endet. Dann können/wollen wir nach Neuseeland weiter. Im Südpazifik beginnt die Zyklonsaison (Hurrikan auf Pazifisch) ab dem 1. November, allerdings mit einem zunächst sehr kleinem Risiko. Die Seglerkollegen, und wir, warten auf ein Wetterfenster, d.h. eine  möglichst moderate Wetterprognose für den geplanten Trip.

4 Wochen für eine ziemlich kleine Inselgruppe. Kurze Wege zwischen den verschiedenen Inseln, abwechslungsreiche Ankerbuchten, erstaunliche Restaurants, tolle Tauchstellen, und: schwimmen mit den Buckelwalen und ihren Babies.

Buckelwale sind gigantisch, bis zu 40 Tonnen schwer, über 15 Meter lang. Die Muttertiere  kommen aus der Antarktis hierher um die Jungen zu gebären und die ersten Monate geschützt aufzuziehen; die Vatertiere kommen aus der Antarktis hierher um neue Junge zu zeugen. Alles beim alten: die Kerle schwimmen den Weibern hinterher.

Tonga hat sich einen zweifelhaften touristischen Ruf erworben: hier darf man auf streng geregelten Touren mit den Walen schwimmen/schnorcheln. Kritiker gibts natürlich zu Hauf, die Wale würden unter Stress gesetzt, möglicherweise die Jungen zurücklassen und in die Antarktis zurückschwimmen und nie wieder zurückkommen….  naja, wir werden es trotzdem mal ausprobieren – denächst mehr.