Der beste Kaffee der Welt?

Klar, aus Kolumbien! 1000 Jahre hatte Äthiopien das Kaffeemonopol (Arabica; Mokka). Dann, Anfang 16.Jahrhundert, haben Franzosen und Holländer die Pflanzen in ihre Kolonien gebracht. Um den Äquator sind die Bedingungen im Hochland perfekt. Gleichbleibende Temparaturen, hohe Luftfeuchtigkeit, viele Wasserläufe, um gleich die nächsten  Wertschöpfungsstufen nach dem Anbau und der Lese vorzunehmen: Schälen, waschen, sortieren.

Der nächste Schritt, das Rösten, geschieht unmittelbar im Land der Endverbraucher, bzw. den jeweiligen  Geschmacks-Regionen. Unser Kaffeegeschmack ist “erlernt”.  Der gleiche Rohstoff schmeckt in Italien, Deutschland oder Amerika immer anders aufgrund anderer Röstzeiten und Temparaturen und unterschiedlicher Beimischung billigerer Sorten.

Wir sind auf einer der großen Haciendas in der Nähe von Manizales. Hier werden auf 140 Hektar mit 35 Festangestellten und zahlreichen Erntehelfern 170 Tonnen Kaffee im Jahr produziert. Die Kaffeproduktion ist extrem arbeitsintensiv, viel Handarbeit beim Pflücken und sortieren und bei der Anlage und Pflege der Plantagen. Hier wird das ganze Jahr über geerntet. Klingt erstmal toll; aber andere Regionen, die nur eine Erntesaison haben, können preiswerter produzieren.

Alle guten Qualitäten gehen in den Export. Der Rest wird hier als “Tinto” an jeder Strassenecke verkauft – und schmeckt ziemlich scheußlich. Den guten Kaffee kann sich hier kaum jemand leisten. Der monatliche Mindestlohn in Kolumbien liegt bei 220 USD (ein guter Kaffepflücker kann 2-3 mal soviel verdienen), davon kauft und trinkt keiner guten Kaffee für 16 USD das Kilo, wenn es die billigeren Sorten schon für 2,50 USD gibt.

In Kolumbien gibt es über 500.000 Kaffeeproduzenten, die allermeisten sind kleine Familienbetriebe. Nur ganz wenig Betriebe sind so groß wie “unsere” Hacienda Venecia. Strikte Regelungen für die Export Qualität, Mindestlöhne, ökologischer Anbau und eine zunehmende Spezialisierung der Kaffeesorten mit direktem “Fair-Trade” ist Kolumbiens Strategie, um im Weltkaffeemarkt zu bestehen. Viel Erfolg!

 

 

2 Gedanken zu „Der beste Kaffee der Welt?“

  1. Liebe Lydia,lieber Martin,

    so jetzt habe ich mich wieder upgedated und weiß wo Ihr seid, was Ihr tut und wo Ihr seht. Danke dafür.
    In zwei Stunden sehen wir die ersten Hochrechnungen der Landtagswahl in Hessen. Und dieses Mal geht es um mehr.
    Lässt es Euch weiter gut gehen und passt auf Euch auf.
    Carpe Diem!
    Viele Grüße
    Stephan

  2. Hallo Martin, hallo Lydia,
    es ist gut zu sehen, dass es Euch gut geht. Wann fahrt ihr mit dem Segelboot weiter? Wir wünschen Euch ein schönes Weihnachtsfest und guten Start ins Jahr 2019 mit vielen interessanten neuen Erfahrungen.
    Alles Liebe,
    Klaus Und Olga

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