Das Neueste von uns

Sie sind da!

Nach 15 Tagen sind die Vier auf St. Lucia angekommen…… Zwei begeisterte Groupies hatten die kalten Ankerbiere am Steg bereit gestellt und nach so langer Vorfreude flossen viele von ihnen in hoher Geschwindigkeit durch die „enthopften“ Kehlen.

So langsam kehrt wieder Ruhe und Marina-Alltag ein. Und wir sind noch immer etwas müde. Deshalb gibt es mehr Fotos vom Atlantik in den nächsten Tagen.

Bleibt dran!

Alle Wetter

Das Wetter. Beim Segeln dreht sich alles ums Wetter. Die gleiche Route kann bei „gutem Wind“ Kaffeesegeln sein – oder bei „schlechtem Wind“ in eine ziemlich anspruchsvolle Aufgabe ausufern.

Je höher der Anspruch: Regattasegeln, Atlantiküberquerung, es der Familie recht machen (in dieser Reihenfolge zunehmender Schwierigkeiten), umso schmaler der Grat zwischen zu viel, zu wenig, zu West zu Ost….

Bei unserer Atlantiküberquerung war es überwiegend zu wenig. Zu wenig Wind = zu wenig Herausforderung? Nein. Die lange Strecke bleibt, die Monotonie ist eher noch größer, die unablässige Abfolge von Wachen, Freizeit, dösen, schlafen, lesen, kochen, essen, putzen, spülen, Sterne gucken, Meer beobachten, bleibt.

Und auch immer bleibt der Swell. Wellen reisen schneller als Wind und sehr weit. Manchmal kommen sie aus verschiedenen Richtungen gleichzeitig. Dann wird es ungemütlich, Rock ’n Roll auf langem Nord-Swell vom Islandtief, kürzerem Swell aus West vom nächsten Tiefdruckgebiet und kabbelige Wellen aus Ost, der gerade vorherrschenden Windrichtung. So erlebt am Cabo Vicente und nochmal zwischen Marokko und Kanaren. Die Wellen machen den Unterschied zwischen angenehm und unangenehm, seekrank oder entspannt. Und sie sind die Gefahr, viel mehr als der Wind. Selbst in Sturmstärke ist die Welle der entscheidende Faktor, Wellen können ins Boot schlagen, brechende Wellen können ein Schiff kentern.

Offshore seglen bedeutet, Wind, Swell und gewünschte Reiserichtung in Einklang zu bringen. Die Segel sollen „glücklich“ sein, kein Schlagen, Einfallen, „Killen“. Eine 2- 3 Grad Kursänderung macht oft den Unterschied aus. Je nach Wind-Einfallswinkel und dem vorherrschenden Wellenbild kann es vorteilhaft sein, von dem direkten und kürzesten Kurs abzuweichen, um es etwas gemütlicher zu haben. AWA (Apparent Wind Angel) und VMG (Velocity Made Good) sind dabei die Zauberabkürzungen.

Heute haben wir den perfekten Wind – Danke, Neptun! Raumschots zum Zielkurs (AWA 150 Grad), 15 – 20 Knoten Wind aus Ost, Swell aus Nordost, und wir hüpfen unter Spinnaker mit bis zu 10 Knoten die Wellen herunter. Wenig Schräglage, wenig Last auf Rigg und Autopilot und Crew.

Nein, so richtig schnell ist das nicht. Ich hatte mit 7 Knoten (= 7 nautische Meilen NM pro Stunde) Durchschnittsgeschwindigkeit geplant. Bei einer Streckenlänge von 2084 NM (= rund 3.800 km) ergibt dies ca. 12 ½ Tage Reisezeit. Bislang haben wir einen Durchschnitt von 6,3 NM / Std erreicht, d.h. die Reisezeit verlängert sich auf 14 Tage. Voraussichtlich. Man kann nie wissen, was das Wetter noch an Überraschungen parat hat.

 

Ihr Lieben alle!

Wiesbaden winterlich
Martina und Matthias
Martina und Matthias

Bin zurück! Bei -5 Grad im winterlichen Wiesbaden gestartet und bei 30 Grad gestern Abend in St. Lucia angekommen. Die zehn Tage in Wiesbaden waren rundum gut. Es war die richtige Entscheidung. Ich habe viele von meiner Familie gesehen, konnte die Hochzeit von Martins Bruder Matthias und meiner neuen Schwägerin Martina mitfeiern und habe viele von Euch getroffen.

Ich hätte locker jede Nacht woanders schlafen können. Danke für die vielen Übernachtungsangebote, das war ein schönes Gefühl. Robert hat mir seine Wohnung komplett zur Verfügung gestellt und ist zu Marika übersiedelt. Danke!

Und das Wichtigste hat auch geklappt: ich hatte zwei sehr „erfolgreiche“ Arzttermine, Günter hat auch wieder geholfen. Das, was ich mir erhofft hatte, konnte ich mitnehmen: Erstens mehr Wissen über die Migräne, was mir immer schon hilft, und zweitens einen „Fahrplan“, wie und mit welchen Mitteln ich vorgehe, wenn er sich ankündigt, mein Quälgeist. Die Stufen gehen von Vorbeugung mit pflanzlich/ homöopathischem Mittel bis zur Waffe, wenn nix mehr geht. Ich werde berichten wie das funktioniert.

Außerdem war ich die tägliche Seewetter- und Windfee. Ich hab mich in die Vorhersagemodelle eingearbeitet, jeden Tag von Martin eine Positionsmeldung bekommen und dann die 3-Tage-Prognose, ggfs. mit Kursänderung auf das Satellitentelefon geschickt.

Beim Abflug in Frankfurt waren es ca. 7800 km bis St. Lucia. Luftlinie! Martin hat die ganze Strecke (sogar mehr, bei uns kommen noch die Strecken an der Westküste Europas und Nordafrikas dazu) mit dem Boot zurückgelegt. Ich fast zwei Drittel davon. Und alles mit der Geschwindigkeit ungefähr eines Fahrrads……

Im Vulkan

Wir sind auf die Nachbarinsel Santo Antao gefahren – mit der Fähre. Mit dem eigenen Boot dort anlegen anlegen zu wollen, ist fast aussichtslos. Sind dann zum Kraterrand hochgefahren – auf 2000 m und von dort in das sehr fruchtbare Tal im Inneren des Kraters hinabgestiegen. Eine steile und spektakuläre Wanderung.

Sao Vicente und Mindelo (gesprochen Mindèlu) gefallen uns gut! Die Menschen sind hier echt entspannt: „No Stress!“ ist das Motto der Insel, das merkt man überall. Viel Musik ist auf den Strassen, in den Cafès und Restaurants. Tagsüber immer zwischen 26 und 30 Grad, abends und nachts angenehm kühl, nicht einen Insektenstich haben wir abbekommen. Auch wir hatten – No Stress!

Gran Canaria – Cabo Verde

Unser Paket: Sonnensegel, die wir in Portugal im November bestellt hatten, sollten bereits am 8.12. in Lanzarote ankommen. Europa-interner Versand, kein Problem. Kein Problem? Erst hat die Firma in Portugal nicht rechtzeitig geliefert, dann lernen wir den Amtsschimmel kennen. Am 23.12. sollte es endlich ankommen – ist es auch.  Aber der Zoll der Kanaren, eine spanische Steuernummer, die ich beantragen musste, arbeits- und weihnachtsmüde Mitarbeiter verschiedener Agenten und blödes Timing …  am 26.12. sind wir nochmal einen ganzen Tag entweder am Flughafen, oder im Freihafen bei „unserem“ kompetenten Agenten, oder warten auf die DUA Nummer, oder auf die letzte Rechung. Wie sagt Jochen M. immer so schön: „travelling is glamorous…“

So kommt dann eins zum anderen: einen Tag später los, einen Tag später ankommen. Bruno ist seit dem 25.12. an Board, muss aber auch schon am 2.1. wieder zurück fliegen. Wir segeln mit tollem Raumschotwind die ersten zwei Tage flott gen Süd Westen.

Dann kommt Lydia’s Feind vorbei: Migräne. Bei jeder langen Strecke hatte sie bislang nach einer gewissen Zeit Probleme, sie kann einfach gar nichts bei sich behalten und de-hydriert nach 2-3 Tagen. Bruno ist Arzt und kann ihr auf hoher See eine Infusion legen, dann geht es ihr langsam besser. Zum Glück hatte Günter uns mit allem Nötigen vorab versorgt. Merci an beide!

Wir mussten leider auch ein bischen motoren, sonst hätten wir Bruno nicht rechtzeitig zum Rückflug angeliefert. Sylvester haben wir demnach auf dem Atlantik gefeiert. Gleich zweimal, um Mitternacht in Deutschland und UTC, eine Stunde später an Board. Allen ein tolles Jahr 2017!

Für unsere weitere Reise we did „change the course“: Ohne wirksame Behandlungsmethode oder medizinische Versorgung ist Lydia’s Migräne auf See ein zu hoher Risikofaktor. Deshalb haben wir beschlossen, dass ich zunächst mit zusätzlicher Crew ohne Lydia in die Karibik segle. Sie kehrt nach Deutschland zurück und lässt sich durch-checken und fliegt dann in die Karibik, nach Saint Lucia.

Von dort aus haben wir unseren Törn etwas anders geplant und werden in den nächsten Wochen nur 1-3 Tagestrips unternehmen, damit Lydia eine neue -hoffentlich wirksame – Behandlung testen kann.

Wir haben 3 junge Männer angeheuert, die mit mir die 2 Wochen über den Atlantik segeln. Zwei sind sehr erfahre Skipper, einer wird „Fachkraft in Ausbildung“. Je nach Wetter werden wir am Dienstag 10.1. nachmittags oder Mittwoch Morgen losfahren.

 

To receive a package from Portugal on Canary islands -intra EU traffic – should be no problem. Well, it was. We lost at least two days and lots of nerves before we, eventually, received our sun-sails on December 26th. as Jochen M. likes to day: „travelling is glamorous…“

Bruno is on board since December 25th, but we can leave on December 27, only.

Lanzarote und Gran Canaria

Auf Lanzarote haben wir eine Woche verbracht, die ersten Tage mit Ute und Peter hatten wir ein Auto und sind über die Straße und mit Fähre nach La Graciosa gefahren. Wir wollten doch noch mal bei Licht betrachten, was wir in unserer Ankunftsnacht abbrechen mussten. Und die Insel wollten wir auch sehen! Sehr karg, sehr faszinierend….

Wie auch Lanzarote – viel vulkanschwarz, immer wieder unterbrochen von hellscheinendem Grün, Wanderwege an der wilden Küste, Tourismus, der im Zaum gehalten ist. Die englischen Pubs? Ok, sind da….

Auf Gran Canaria brauchten wir einen Bootsparkplatz, um unsere Besucher, Pakete aus Portugal,  Mitsegler Bruno in Empfang zu nehmen und Weihnachten zu feiern. Wir sind in der Marina von Puerto Rico gelandet – so was hatte ich noch nie gesehen. Billiger Massentourismus, der ins Herz schneidet, wenn man die zerstörte Küstenlinie betrachtet. Der Ausflug mit Edith und Bernd in die Sanddünen war fotoreich, der auf den höchsten Berg war kalt, sehr sehenswert, ertragreich: Wir haben vorgesorgt und kistenweise frischeste Orangen und oberköstliche Kartoffeln gekauft.

Und von dort lagen die Kap Verden auf Kurs 225 Grad…

 

Lanzarote was home for a week, Marina Culatra to be recommended. With Peter and Ute we drove by car and ferry to Graciosa – dry, sandy, special anchorage-  too  bad we missed this island the first night! We mentioned before that the weather pattern had been rather unusual for this time of the year. Strong East and southeasterly winds and quite a bit of rain grew the black vulcano rock with lots of little green plants. Magic. Lanzarote kept tourism at bay, its everywhere, but somewhat moderate- ok, lots of english pubs, but to some of us, that is acceptable for a pint or two. Funny enough, they also sell locally brewed beer on draft. 

On Gran Canaria we needed a postal adress for packages from Portugal, Edith and Bernd, and later Bruno to find us. Las Palmas was overcrowded and we had to divert to ugly Puerto Rico on the from mass tourism destroyed south coast. Only highlights of this Island: The sand dunes from Maspalomas offered sahara like walks, the Center of the Island resembles Arizona’s Gran Canyon – but higher up! On this trip we also found local potatoes and oranges by the box! They should last accross the atlantic.

Just to send or receive a Package from „Europe“ is a Challenge in the Canaries. It cost us two full days to  apply for a Spanish Tax Nummer, to get a package with sails out of Customs.

Then on December 26 we departed course 225 degrees- Cabo Verde, Mindelo on Sao Vincente…

 

 

Laaaaange Zeit…..

die-mahner-aus-hamburg….. haben wir nichts von uns hören / lesen lassen. Gestern Abend sind Edith und Bernd aus Hamburg angekommen und haben die Beschwerde an uns weiter gereicht ;))  Nein, sie haben Recht!

In Marokko war es extrem schwierig mit einer stabilen Internetverbindung. Lokale SIM-Karte, die wir uns sonst besorgen (ist meistens auch ne Sache von mindestens einem halben Tag!) war dort noch komplizierter zu bekommen.

Ausserdem – ganz ehrlich – hatten wir wochenlang einen Schlafmarathon nach dem anderen. Sowas haben wir beide noch nicht erlebt: Morgens um halb neun (!) aufgewacht und abends um acht Uhr (!) haben wir uns fragend angesehen „Schon wieder müde???“, „JA! Aber komm, eine Stunde halten wir jetzt irgendwie noch aus.“ Ha, ha, ha, so war’s wirklich. Alles neu, immer drausssen, viel zu erleben, kennenzulernen, keine abendlichen Ablenkungen und mehr einpendeln in einen natürlichen Tages- und Nachtrhythmus? Jetzt normalisiert es sich wieder, zumal seit wir wieder in spanischen Gefilden, auf den Kanaren sind! In Spanien geht der Abend bekanntlich nicht schon zur Rentnerzeit um 18 Uhr los……

Und – die Zeit läuft in unserem neuen Leben irgendwie anders. Wie, habe ich noch nicht richtig herausgefunden. Ich geb Bescheid, wenn ich  es weiß. Eins ist sicher- alles, wirklich alles dauert mindestens doppelt so lange. Unsere Tage sind immer so ausgefüllt, dass – und das ist ein sicheres Indiz für diesen anderen Zeitlauf – ich als begeisterte Leserin in drei Monaten ein schmales Buch und 112 Seiten im nächsten gelesen habe. Hätte ich nie gedacht!

Verstärkung an Bord!

Wir haben uns sehr gefreut! Peter und Ute haben sich kurzerhand entschlossen von Hamburg nach Rabat zu fliegen und mit uns auf die Kanarischen Inseln zu segeln. Mit Blitzeinschlag im Flügel, durchstarten in Rabat, Umweg über Casablanca sind sie mitten in der Nacht tatsächlich in Rabat angekommen. Dort haben wir sie am nächsten Morgen „abgeholt“ und sind 24 Stunden später in Muhammedia in See gestochen – ungefähr drei Tage und Nächte lagen vor uns.

Irgendwann. Aus unserem Funkgerät kommt: „This is a warship on your portside. Please come in!“ Ein Kriegsschiff funkt uns an??!!“Was habt Ihr für eine Nationalität?“ „Wir sind Deutsche und haben eine deutsche Flagge.“ „Dann buchstabiert bitte diesen Namen!“ „C – H – E – G – L – I – A.“. „Ah, thank you and safe travel! Over.“

Am nächsten Tag, ca. 60 km von der marokkanischen Küste entfernt. Eine ärmliche Nuss-Schale, besetzt mit vier noch ärmlicheren Fischern kommt näher. Sie schlagen ihre leeren Benzinkanister aneinander. Einen richtig grossen Fisch haben sie allerdings gefangen – wahrscheinlich bringt er ihnen ein Vermögen. Falls sie wieder an die Küste kämen…. Zum Glück haben wir einen zweiten Benzinkanister für unser Beiboot an Bord. Den lässt Martin an einer lange Leine schwimmend zu ihnen hinüber. Die gute Tat auf hohem Meer.

Noch eine gute Tat – denn zum Glück ist Peter an Bord. Er übernimmt die Nachtwache, Lydia ist malad – so ein Mist!

In der dritten Nacht gegen zwei Uhr morgens erreichen wir Graciosa, die nördlichste der Kanarischen Inseln. Martin und Peter versuchen einen Ankerplatz zu finden – nichts ist möglich. Es gibt eine kleine Marina. Nachts? Mit starken seitlichen Fallwinden von den Steilküsten? Auch keine sichere Variante. Also – 6 Stunden weiter nach Lanzarote. Das lässt die Stimmung der Crew im Sturzflug sinken. Zumal die Wellen sehr ungemütlich sind…. Um zehn Uhr morgens sind wir dann wieder glücklich und in der schönen Marina von Lanzarote.